Medienbildung und Digitale Bildung

In einer Zeit, in der sich Wissen sehr schnell weiterentwickelt, in der sich das Wissen der Menschheit gar in wenigen Jahren verdoppelt, ist das einmal Gelernte sehr schnell veraltet. Die daraus resultierende Anforderung des lebenslangen Lernens setzt ein Konzept voraus, das Lernende dazu befähigt, während ihrer gesamten Lebensspanne individuelle Lernprozesse eigenständig zu planen und durchzuführen. Eine neue und veränderte Lernkultur stützt sich auf die tragenden Säulen des selbstständigen, eigenverantwortlichen und kooperativen Lernens. Sie wird damit gleichzeitig durch Individualisierung und Differenzierung der Lernarrangements der zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft auch am Gymnasium gerecht werden müssen. Es liegt auf der Hand, dass unsere Schülerinnen und Schüler dieses übergeordnete Ziel gewiss nicht durch reine Instruktion, Wissensvermittlung oder im Frontalunterricht in der Schule erreichen werden. Vielmehr müssen sie lernen, Informationen selbstständig zu recherchieren und zu strukturieren, mit den steigenden Informations- und Wissensmengen zweckmäßig umzugehen und deren Komplexität zu erkennen sowie Wissen zu vernetzen.

Dem reflektierten Einsatz neuer Medien und deren zielgerichteter Integration in den Unterricht kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Und auch die Rolle der Lehrkräfte verändert sich. Sie sind nicht mehr nur Wissensvermittler im klassischen Sinne sein, sondern auch Moderatoren in Lernprozessen und Gestalter von konstruktivistischen Lernarrangements.

Zur Unterstützung vernetzten Lernens werden Lehrerinnen und Lehrer geschult, neue Lernstrategien zu vermitteln und das eigenverantwortliche Arbeiten zu fördern - wie zum Beispiel bei der Arbeit in den Lernlandschaften, durch Einsatz von Lernplattformen und Computern mit einer Vielzahl von Anwendungen. So können neue digitale Lernwerkzeuge gewinnbringend in den Schulalltag integriert werden.

Die Schulleitung unterstützt eine solche Unterrichtsentwicklung durch eine entsprechende mediale Ausstattung. Jedes Klassenzimmer verfügt über Beamer, Internet und Laptop, entweder fest installiert oder in einen Medienwagen integriert. Neben unseren Computerräumen setzen wir auf mobile Geräte (iPads und Netbooks). Mobile Geräte tragen dazu bei, die Medienkompetenz durch den reflektierten Umgang mit dem Internet zu stärken und die Methodenkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler durch Recherche, Bewertung und Präsentation von Informationen zu steigern. Damit bilden wir die digitale Wirklichkeit unserer Schüler ab und zeigen, wie alltägliche digitale Geräte für den Lernprozess sinnvoll nutzbar gemacht werden können.

Moderne Learning Management Systeme (LMS) fördern die Kommunikation und begünstigen kooperative Arbeitsformen der Schüler durch den Einsatz von Wikis, Foren und Materialbörsen. Vokabeltrainer, interaktive Übungsformen und Lernpfade mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus werden zur Individualisierung des Lernprozesses beitragen. Schließlich werden durch den Einsatz der mobilen Geräte Lernmotivation und Schüleraktivierung deutlich ansteigen, da der schulische Lernprozess in der täglichen digitalen Realität der Schülerinnen und Schüler ankommt.

Jugendliche verbringen heutzutage viel Zeit in sozialen Netzwerken. Die meisten Schülerinnen und Schüler besuchen soziale Netzwerke sogar täglich. Der Umgang mit Online Communities, Quellen und Nachrichten im Internet sollte aber auch im schulischen Kontext im Sinne eines medienkompetenten Verhaltens kritisch reflektiert werden.

Das Karolinen-Gymnasium wird sich auch in Zukunft den Herausforderungen der Digitalisierung überlegt stellen und den Mehrwert, den die modernen Medien für den schulischen Erfolg unserer Schülerinnen und Schüler bieten, nutzbar machen.