Methodenkarten als Schlüssel zur Textkompetenz

Texte begegnen uns überall im Alltag – in der Schule, im Beruf und in der Öffentlichkeit. Damit es unseren Schülerinnen und Schülern gelingt, komplexe Sachtexte und literarische Texte zu verstehen, ist die Vermittlung von Lesestrategien und Methoden notwendig. Dabei ist Leseverständnis nicht nur im Deutschunterricht elementare Voraussetzung für den schulischen Erfolg, sondern in allen Fächern, was auch Studien belegen. Deshalb ist sprachliche Bildung eines der zentralen fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele und die Stärkung der Lesekompetenz zentraler Auftrag an Lehrkräfte aller Fächer und Schularten (vgl. KMBek, 17. Juni 2014, S. 98 f.).

Im Schuljahr 2024/25 begann die Arbeitsgruppe Textkompetenz des Schulentwicklungsteams ein einheitliches Vorgehen in der Methodenarbeit zu entwickeln. Unser Ziel war es, die methodische Arbeit im Unterricht stärker zu bündeln und fächerübergreifend anschlussfähig zu machen. Mit den nun fertiggestellten Methodenkarten ist dafür ein wichtiger Schritt getan. Das Kernkonzept sieht vor, dass bei allen Arten von Texten die folgenden fünf Arbeitsschritten angewendet werden:

  1. Schritt: Überblick verschaffen
  2. Schritt: Lesen und Notieren
  3. Schritt: Beschreiben des Inhalts
  4. Schritt: Interpretieren
  5. Schritt: Bewerten

Im Schuljahr 2025/26 wurden die Methodenkarten nun schrittweise eingeführt: In der 5. Jahrgangsstufe lernen die Schülerinnen und Schüler die Methodenkarten „Sachtexte erschließen“ und „Tabellen und Diagramme auswerten“ kennen. Ab der 7. Jahrgangsstufe kommen die Methodenkarten „Literarische Texte erschließen“ und „Karikaturen auswerten“ hinzu.

Der Charme dieser Vorgehensweise ist offensichtlich: Das Konzept der Methodenkarten zeigt eine einheitliche Struktur bei der Arbeit mit Texten aller Art – sowohl kontinuierlichen Texten wie Sachtexten und literarischen Texte als auch diskontinuierlichen Texten wie Tabellen, Diagrammen und Karikaturen. Dadurch ist der Wiedererkennungseffekt bei den Schülerinnen und Schülern groß. Weiterhin werden die Methodenkarten fächerübergreifend genutzt. Hat beispielsweise die Deutschlehrerin die Methodenkarte „Sachtexte erschließen“ in einer Klasse eingeführt, kann der Biologielehrer an die Methodenkompetenz aus dem Deutschunterricht anknüpfen und diese vertiefen.

Während in den unteren Jahrgängen häufig nur die ersten drei Schritte bearbeitet werden, werden ab der Mittelstufe im Zuge einer komplexeren Auseinandersetzung mit Texten auch der vierte und fünfte Schritt besprochen. Die Methodenkarten stehen allen Schülerinnen und Schülern digital zur Verfügung. Zusätzlich bekommen die unteren Jahrgänge die Methodenkarten in Papierform und für die Methodenarbeit im Unterricht sind auch laminierte Klassensätze vorhanden.

Die Methodenkarten stellen ein wichtiges Instrument dar, das die Methodenarbeit strukturiert und fächerübergreifend sichtbar macht. Wir hoffen sehr, dass sie dazu beitragen, die Methodenkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu stärken und sie sicherer im Umgang mit Texten, Tabellen, Diagrammen und Karikaturen macht.