Eine Radreise über die Alpen

Auch in diesem Jahr hatten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen die Möglichkeit, im Rahmen des Wahlfachs Mountainbike an einer Alpenüberquerung unter der Leitung von Herrn Denk teilzunehmen.

Nach zahlreichen Trainingsfahrten in der Gruppe und Vorbereitungen aller Art ging unsere Reise am 23.06.25 endlich los. Schon um 6:30 Uhr trafen wir uns am Rosenheimer Bahnhof, um so früh wie möglich in Landeck in Tirol anzukommen, wo wir starten wollten.

Die anfängliche Müdigkeit verflog rasch und Aufregung und Vorfreude verbreiteten sich in der Gruppe, als alle auf ihrem Rad saßen. Die erste Etappe führte uns circa 80 Kilometer über den Reschenpass, am Reschensee vorbei nach Mals in Südtirol. Dort angekommen gab es für alle hungrigen Mountainbiker Speck- oder Käseknödel in unserer ersten Unterkunft. Gut gestärkt und stolz auf unsere Leistung fielen wir dann todmüde in unsere Betten, sodass wir am nächsten Tag ausgeschlafen aufs Neue losfahren konnten.

Nun führte uns unser Weg über Val Müstair, die Alpe Mora, das Val Mora und die Laghi di Cancano nach Bormio. Bei traumhaftem Wetter und guter Stimmung entdeckten wir eine märchenhafte Landschaft und trafen auf unserer kräftezehrenden Fahrt auch auf den ein oder anderen tierischen Bewohner der Alpen. Bormio selbst ist eine verträumte italienische Stadt und natürlich aßen wir an diesem Abend fast alle Pizza.

Am Mittwoch verliebten wir uns in den Gavia Pass (26 Kilometer, 1440 Höhenmeter!), dessen Überquerung ein Traum für jeden Fahrradenthusiasten darstellt. Obwohl uns der Anstieg einiges abverlangte, beschwerten wir uns nicht, da die Natur in einer Höhe von 2653 Metern über dem Meeresspiegel unbeschreiblich schön ist. Am besten fanden viele von uns die anschließende 20 Kilometer lange Abfahrt und das trotz unzähliger Porsche, die uns entgegenkamen. Unser Ziel an diesem Tag war Ponte di Legno.

Von dort aus begannen wir tags darauf unsere vorletzte Etappe mit den meisten Höhenmetern nach Madonna di Campiglio. Gleich nach dem Start am Morgen überquerten wir den Passo Tonale, den wir ohne Probleme bewältigten. Doch damit hatten wir unser Tagwerk lange nicht erledigt, da wir nach erneut 25 Kilometern bergab einen weiteren Anstieg vor uns hatten. Eine ausgiebige Mittagspause bestärkte uns aber, diesen in Angriff zu nehmen. Der erneute Weg nach oben und das Gewitter kurz vor dem Ziel hat uns vieles abverlangt. Der Pool im Hotel war dann die richtige Belohnung.

Die letzte Etappe war im Vergleich zu den vorherigen ein Kinderspiel. Zunächst rollten wir durch das Brenta-Tal bis Tione di Trento, erklommen anschließend den Passo Durone und strampelten von dort durch hügeliges Gelände, an dessen Ende der Tennosee wartete. Die letzten Höhenmeter bewältigt, eröffnete sich uns der malerische Blick auf den in der Tiefe liegenden Gardasee. Geschafft! Am See angekommen, kühlten wir uns in Radklamotten im erfrischenden Wasser ab und beglückwünschten uns zur gelungenen Alpenüberquerung.

Für uns alle war es die richtige Entscheidung, in diesem Jahr an der Tour teilzunehmen. Ich persönlich konnte ein neues Hobby finden, das ich noch lange weiterführen werde und die zahlreichen Eindrücke und durchlebten Emotionen auf unserer Reise werde ich nicht vergessen. Engergieriegel und -gels sowie Pizza kann ich zwar nicht mehr sehen, aber ich träume jetzt schon von einer nächsten Radreise.

Unser herzlichster Dank gilt unseren beiden Lehrkräften Herrn Denk und Frau Ganzert, die uns zu jeder Zeit unterstützt und geleitet haben. Dazu bedanken wir uns bei Herrn Link, der uns mit dem Auto begleitet und unser ganzes Gepäck transportiert hat. Ohne dessen Hilfe wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen!

 

Josefine Sixtus (11d)                                                               Für die Fachschaft Sport StR D. Denk