Beim Prix des lycéens allemands haben deutsche Schülerinnen und Schüler alle zwei Jahre die Möglichkeit, in die vielfältige Welt der französischen Literatur einzutauchen: Im Französischunterricht lesen sie drei neue französische Romane und diskutieren ihre Gedanken und Meinungen nicht nur an der eigenen Schule, sondern auch in einer Landes- und schließlich in einer Bundesjury. Am Ende küren sie den besten Roman. Ein spannender Wettbewerb, der sowohl das literarische Engagement als auch die Französischkenntnisse fördert!
Zur Preisverleihung am 26. März wurden die 16 delegierten Schülerinnen und Schüler aus allen Bundesländern, begleitet von ihren Lehrkräften, in die französische Botschaft nach Berlin eingeladen. Dort hatten Laura Paas (Q12), die zur Vertreterin des Bundeslands Bayern gewählt worden war, und ich nicht nur die Gelegenheit, die beeindruckenden Räumlichkeiten des Botschaftsgebäudes direkt neben dem Brandenburger Tor zu erkunden, wir durften auch Mamadou Sow kennenlernen, dessen bewegende Fluchtgeschichte von Guinea nach Frankreich im Roman "Né pour partir" des renommierten französischen Autors Azouz Begag verarbeitet wurde.
Die Preisverleihung selbst war ein emotionales Highlight. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten die Veranstaltung kreativ und verdeutlichten eindrucksvoll, warum genau dieser Roman ihr Sieger ist:
- Die berührende Flüchtlingsgeschichte lädt dazu ein, die Welt aus einer neuen Sicht zu betrachten.
- Der Roman zeigt auf eindringliche Weise die Grausamkeiten, die der Protagonist auf seinem Weg nach Europa erleiden musste.
- Das Buch regt dazu an, darüber nachzudenken, wie wir Menschen begegnen wollen, die solch unvorstellbares Leid erfahren haben.
Die Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern ein intensives Sprachbad, da sie über zwei Tage hinweg fast ausschließlich auf Französisch kommunizierten. Besonders bereichernd waren zudem die Begegnungen mit den anderen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften aus ganz Deutschland. Der Austausch mit Gleichgesinnten förderte das gemeinsame Lernen und führte zu spannenden neuen Kontakten – und das alles mitten in der Bundeshauptstadt!
Durch die Auseinandersetzung mit französischer Literatur und Kultur fördern wir am Karo nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch interkulturelles Verständnis und kritisches Denken. Laura Paas und der gesamte Französischkurs der Q12 zeigten bei dem Projekt großes Engagement, was sich auch in der Fähigkeit, über wichtige gesellschaftliche Themen nachzudenken und zu sprechen, widerspiegelte. Ich bin stolz darauf, dass wir am Karo so motivierte und talentierte junge Menschen unterrichten, die bereit sind, die Welt mit offenen Augen zu betrachten.
Heidi Keil