Aktuelles

Jugendliche für die Alpen

Im März 2026 nahm unser YPAC-Team am Jugendparlament zur Alpenkonvention in Chamonix teil. Gemeinsam mit rund 70 Jugendlichen aus dem gesamten Alpenraum arbeiteten wir eine Woche lang an aktuellen Herausforderungen der Region – insbesondere im Hinblick auf eine klimafreundliche und nachhaltige Entwicklung der Alpen.

In den ersten Tagen stand die Arbeit in den Committees im Mittelpunkt. Dort entwickelten wir in internationalen Gruppen konkrete „Postulations“, also politische Lösungsvorschläge. Diese wurden anschließend in der General Assembly vorgestellt, intensiv diskutiert und nach parlamentarischen Abläufen abgestimmt.

Der politische Diskurs mündete in zwölf Postulations, von denen fünf in die diesjährige Resolution aufgenommen wurden. Dazu gehörten unter anderem „Dam good solar“, das die Nutzung von Staudämmen für Solarenergie vorsieht, sowie „Watt’s in the water“, ein Konzept zur Stromgewinnung durch kleine Turbinen in bestehenden Wassersystemen. „Graduate with impact“, fordert ein verpflichtends Klimaprojekt für Schülerinnen und Schüler. Mit „Module nature“ soll zudem eine verpflichtende Umweltschulung für Bergführer und Trainer eingeführt werden. „New Land, New Life – Let Nature Thrive“ setzt sich dafür ein, neu entstehende Flächen durch schmelzende Gletscher als Schutzgebiete auszuweisen.

Bei Interesse kann die in Chamonix verabschiedete Resolution wie auch die Resolutionen der letzten Jahre auf der Homepage des YPAC eingesehen werden (https://ypac.eu/resolutions.html).  

Neben der politischen Arbeit war auch der internationale Austausch ein zentraler Bestandteil der Woche. Besonders eindrücklich war der Besuch des Gletschers „Mer de Glace“, bei dem die Auswirkungen des Klimawandels direkt sichtbar wurden.

Insgesamt war YPAC 2026 für uns eine sehr bereichernde Erfahrung. Wir konnten nicht nur unsere politischen und sprachlichen Fähigkeiten weiterentwickeln, sondern auch neue Perspektiven gewinnen und internationale Kontakte knüpfen.

Gleichzeitig sehen wir auch Verbesserungspotenzial für zukünftige Veranstaltungen. So fiel uns insbesondere der Umgang mit Plastikverpackungen auf. Beispielsweise war das Lunchpaket für den Ausflug zur Mer de Glace vollständig in Plastik verpackt, was im Widerspruch zu den diskutierten Nachhaltigkeitszielen steht. Hier wäre es wünschenswert, in Zukunft stärker auf umweltfreundliche Alternativen zu achten.

Mit der Ankunft am Rosenheimer Bahnhof ist die Arbeit noch nicht getan. Die Ergebnisse aus Chamonix werden vor Ort an Politiker und die Öffentlichkeit weitergetragen.  

Getreu dem Motto „nach dem YPAC ist vor dem YPAC“ wird zudem die Zeit bis zum nächstjährigen Treffen in Innsbruck genutzt. Ein kleiner Teil unseres Team verlässt uns nach einigen Jahren toller Zusammenarbeit. Die frei werdenden Plätze müssen gefüllt und die Rollenverteilung im Team neu gedacht und zugeordnet werden. Im November steht das Vorbereitungstreffen in Trogen (Schweiz) an. Zentrale Punkte sind hierbei die Nachbereitung des YPAC-Treffens in Chamonix sowie die Festlegung des Themas für Innsbruck 2027. Um auch dort wieder bestmöglich vorbereitet zu sein, organisieren wir im Vorfeld Gespräche mit Experten und Politikern.

Das YPAC ist für uns weit mehr als eine Konferenz: Es ist eine einzigartige Plattform, um unsere Perspektiven als junge Generation in den Diskurs über die Zukunft der Alpen einzubringen. Auch wenn unsere Resolutionen nicht unmittelbar bindend sind, verstehen wir sie als wichtige politische Impulse, die wir aktiv an Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit weitertragen.

 

(E. Schnell-Kretschmer)