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„Ob das Goethe gefallen hätte?“

Die komplette Q12 des Karo besuchte im Rahmen des Deutschunterrichts am Freitag, den 17.4.2026 im Salzburger Landestheater den ambitionierten Versuch, Goethes „Faust I“ und „Faust II“ in gut zwei Stunden unter dem auf den ersten Blick etwas verwirrenden, aber griffigen Titel „Faust²“ auf die Bühne zu bringen. Dass es diese Inszenierung des Klassikers in sich hatte und wohl bei manchen einige Zeit nachhallen wird, geht wohl aus den folgenden Rezensionen von Schülern/innen des Kurses D4 hervor:

„Faust²“ am Salzburger Landestheater – gelungene Neuinszenierung oder nur Klischee?

Der Wissenschaftler Doktor Faust strebt das hohe Ziel an, allwissend zu werden und geht dafür einen Pakt mit dem Teufel aka Mephisto ein. Auf der Suche nach Erfüllung durchlaufen die beiden ein sogenanntes Weltfahrtprogramm, das in zwei Teilen präsentiert wird. Die Inszenierung bleibt in der Sprache dem Original treu, aber im Bühnenbild, den Kostümen und in einigen Szenen erfährt das Stück eine Modernisierung. So ist das Bühnenbild größtenteils simpel gehalten, allerdings fallen einige „überflüssige“ Elemente wie ein überdimensionales Teufelsrad oder ein Wasserbassin auf. Die schauspielerische Leistung ist grundsätzlich zufriedenstellend, jedoch führt die Rollenverteilung zu Verwirrung, da nicht immer klar wird, wer gerade welche Rolle spielt. So sind Mephisto und Gretchen parallel durch eine Schauspielerin besetzt.  Die Inszenierung versucht sich daran, Themen aus dem „Faust“ in der heutigen Zeit wiederzufinden. Beispielsweise wird Fausts Streben nach Glück und Erfüllung zeitgemäß durch Ballermann-Partys und Schönheits-OPs gespiegelt, was aber eher für Klamauk als für eine kritische Auseinandersetzung sorgt und zu sehr an der Oberfläche bleibt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Salzburger Inszenierung versucht, für junge Menschen ansprechend und nachvollziehbar zu sein, jedoch bei diesen in manchen Szenen eher für Irritationen und Momente des Fremdschämens sorgt. Damit verfehlt das Stück im Grunde seine Hauptfunktion und ist deshalb auch wenig empfehlenswert, auch oder besser gerade nicht für Goethe-Fans.  Eine weniger klischeehafte und näher an der Lebenswelt junger Menschen orientierte Inszenierung wäre besser gewesen.

(Finn, Sarah, Valentin L.)

 

„Größenwahn statt Weltliteratur“ - „Faust²“ im Salzburger Landestheater

In dem Theaterstück schließt bekanntermaßen der gelehrte Doktor Faust einen Pakt mit dem Teufel aka Mephisto, weshalb dieser versucht, dass Faust durch diverse Verführungen Erfüllung in seinem Leben findet. Dies gelingt ihm im ersten Teil nicht und auch im verwirrenden zweiten Teil lässt sich dies am Ende nicht eindeutig beantworten. Für Begeisterung im Publikum bei diesem verwirrenden Plot sorgen moderne Bühneneffekte wie Lichtershows, Feuer und Wasser und verschiedene, sich bewegende Ebenen. Die schauspielerische Leistung ist dabei überzeugend, aber der häufige und unübersichtliche Wechsel der Rollen wertet diese Leistung etwa ab. Zwar wurde das Ziel einer modernen Inszenierung an vielen Stellen erfolgreich umgesetzt, aber teilweise wirkt es auch überspitzt und fast schon lächerlich, kurz gesagt, etwas zu viel des Guten. Durch diese Art der Inszenierung gehen einige Aussagen und Aspekte des zur Weltliteratur zählenden Klassikers „Faust“ unter, weshalb die Aufführung eher für eine jüngere Zielgruppe geeignet ist.

(Leni und Romy)

 

„Ob das Goethe gefallen hätte?“  - „Faust²“ im Salzburger Landestheater

Im ersten Teil der Aufführung ist der „Faust I“ inszeniert worden, wobei in dem der gelehrte Faust mit dem Teufel aka Mephisto einen Pakt eingeht, der ihm Befriedigung verschaffen soll. Vor der Pause ist Faust trotz seiner vielfältigen Erlebnisse mit Mephisto immer noch nicht zufrieden, weshalb es nach der Pause logischerweise mit dem „Faut II“ weitergeht. Dabei wird ein sehr modernes Bühnenbild verwendet, das aber dennoch durch Schlichtheit besticht. Dabei werden Lichtelemente und Feuer zur Erzählung der Geschichte genutzt. Außerdem werden bewegliche Plattformen eingesetzt, die in der Höhe verstellt werden können und damit verschiedene Ebenen für die Schauspieler ermöglicht, was die Handlung gut unterstützt. Deren Leistung kann als sehr gut bewertet werden, jedoch sorgt der häufige Wechsel der jeweiligen Rollenbesetzung beim Zuschauer für Verwirrung und Irritation. So spielt der Faust-Darsteller im zweiten Teil den Mephisto und umgekehrt. Aber gerade in der Hauptrolle des Faust brilliert der Darsteller im ersten Teil.  Ironische und humorvolle Szene tragen dazu bei, den veralteten „Faust“ dem jungen Publikum nahe zu bringen Als Fazit kam man von einem unterhaltsamen Stück sprechen, jedoch muss man sich auch auf die moderne Inszenierung einlassen. Ein Ziel der Darsteller, die überwiegend jungen Zuschauer mit der einen oder anderen Szene peinlich zu berühren, ist auf jeden Fall gelungen, weshalb die Inszenierung gut geeignet ist, den Klassiker „Faust“ nah- und greifbarer zu machen.

(Karlotta und Vivienne)