„Ihr seid rechtlos, ehrlos und wehrlos.“
Mit diesen Worten wurden neu angekommene Häftlinge im Konzentrationslager Dachau von Schutzhaftlagerführer Josef Jarolin begrüßt. Das Zitat zeigt, worauf es dem nationalsozialistischen Regime ankam: Der Entpersonalisierung während der Aufnahmeprozedur folgte die Entmenschlichung während der Haft im am längsten bestehenden Konzentrationslager (1933-1945). Dachau war Vorbild für weitere KZ, Schulungsort für SS-Männer, denen hier beigebracht wurde, Befehle bedingungslos auszuführen und Gewalt kompromisslos anzuwenden. Heute ist die Gedenkstätte zentraler Lernort im Geschichtsunterricht der neunten Jahrgangsstufe, den unsere Schülerinnen und Schüler am 18. und 19. Februar erkundeten. Für sie ging es um die Erinnerung als Teil unserer politischen Kultur, als Denkanstoß, der über die persönliche Betroffenheit angesichts des Schreckens hinausgehen muss. So urteilten die Klassen über die Exkursion:
„Der Besuch des Konzentrationslagers in Dachau war eine nachdenklich stimmende und aufwühlende Erfahrung.“ „Besonders hat mich die hoffnungslose Atmosphäre beeindruckt, die die Gefangenen wohl dauerhaft gespürt haben müssen. Wachtürme, Gräben und die Unterernährung ließen eine Flucht unmöglich erscheinen." Der Ort, der am eindrucksvollsten gewirkt hat, war das Krematorium. „Sehen zu können, wo die Opfer der NS-Ideologie verbrannt wurden, hat die Schrecklichkeit dieser Taten viel besser gezeigt als nur davon zu hören."
Claudia Tobschirbel