Girls’Day und Boys’Day am Karo: „Tschüss, Klischees!“

Trotz gegenwärtig flexiblerer Geschlechterrollen ist die Berufs- und Lebensplanung junger Menschen immer noch von traditionellen Rollenvorstellungen geprägt. Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Girls’Day und Boys’Day konnten Schülerinnen und Schülern ab Jahrgangsstufe 8 außer Haus in Berufe hineinschnuppern, in denen das jeweils eigene Geschlecht noch unterrepräsentiert ist. Wie in den Vorjahren durften sich die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen an den verschiedenen Stationen eines im Haus stattfindenden Girls’Day-Parcours und Boys’Day-Parcours jeweils eine Schulstunde lang in Tätigkeiten erproben, die teils noch als geschlechtsuntypisch gelten.

 

Die Mädchen erfuhren dabei - angeleitet von Frau Sabine Rödl, die Mutter einer Schülerin ist und als Bauingenieurin in einem von Frauen bislang eher selten ergriffenen Beruf arbeitet - in spannenden Experimenten Interessantes über die Stabilität von Brücken. Des Weiteren erprobten sie sich im Löten und nicht zuletzt im Reparieren kaputter Fahrradreifen - einer Tätigkeit, die in den allermeisten Familien bislang von männlichen Familienmitgliedern übernommen wird, wie sich herausstellte.

Parallel dazu trafen sich die Jungen in der Schulküche, um Ihre hausmännischen Kenntnisse unter Beweis zu stellen. Zentrale Aufgabe dabei war die Zubereitung eines beliebten Gerichts – der Pfannkuchen. Wie sich zeigte, war gleich die erste Herausforderung, die benötigten Zutaten in der richtigen Reihenfolge und im passenden Verhältnis zuzugeben, um einen guten Teig anzurühren. Während einige Gruppenmitglieder die Pfannkuchen brieten, deckten die anderen ganz selbstverständlich den Tisch. Höhepunkt war dann das gemeinsame Essen, bei dem man sich vermehrt auch über die Variation des Kaiserschmarrns erfreute. Abschließend reinigten und säuberten die Schüler alles von Hand.

Die Freude, mit der Mädchen und Jungen die gestellten Aufgaben erledigten, und das Geschick, das sie dabei an den Tag legten, zeigten erfreulicherweise, dass viele geschlechtsspezifische Klischees in der heranwachsenden Generation bereits veraltet und in der heutigen Zeit nicht mehr zutreffend sind.

B. Weise, M. Zebhauser

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