Schüler

In der Klasse wird die Sitzordnung neu geregelt. Da ruft Martina laut: „Neben DER will ich nicht sitzen!“ – Gewalt oder nicht Gewalt?

Mit dieser und ähnlichen Situationen waren die diesjährigen 5. Klassen konfrontiert, als sie im Rahmen eines zweistündigen Trainings mit Ines Amann (Sozialpädagogin, Verein Pro Arbeit Rosenheim) und Ingrid Blöchinger (Beratungslehrerin) das Thema „Gewalt“ genauer untersuchten. Durch ihre Position im Raum konnten die Schülerinnen und Schüler ausdrücken, ob sie darin eher Gewalt sehen oder nicht. Einzelne Schüler hatten die Gelegenheit, ihre Platzwahl zu begründen. Dabei wurde deutlich, dass die Meinungen zum Teil sehr auseinander gingen und es für einige Situationen auch nicht „die“ Lösung gab. Im Anschluss daran wurden verschiedene Formen von Gewalt gesammelt und mit Hilfe von Beispielen genauer vorgestellt.

Im zweiten Teil des Trainings ging es vor allem darum, was man als Schülerin, als Schüler tun kann, wenn man Gewalt erlebt oder sieht. An Hand eines exemplarischen Falls erarbeiteten die Schüler in Kleingruppen mögliche Strategien. Was kann ich selbst tun? Was soll ich besser lassen? Wo bekomme ich Hilfe, von anderen Schülern, von Lehrkräften, von anderen Personen, die zur Schulfamilie gehören?

Zum Abschluss erhielten alle Schüler einen Schmunzelstein. Dieser soll sie zum einen daran erinnern, dass jeder helfen kann, und sei es auch „nur“ dadurch, dass er jemand anderen zu Hilfe holt. Zum anderen erinnert er auch daran, dass im Ernstfall sicher jeder selbst froh ist, wenn er Hilfe erhält. Er macht die Verantwortung, die jeder für einzelne Mitschüler und für die Gemeinschaft hat, quasi in der Hosentasche fühlbar. Die verschiedenen Verhaltenstipps (siehe Randspalte) waren auf einem kleinen Blatt zusammengefasst.

Die Schüler beteiligten sich aktiv an diesem Training und bestätigten den Erfolg in einer anschließenden anonymen Meinungsabfrage.


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