Im Bann der Handys –

    PhoneSmart-Workshops und Elterninfoabend für die 5. Klassen

     

    PhoneSmart-Workshops

     

    Digitale Medien und insbesondere der Smartphone-Konsum der Heranwachsenden rücken immer mehr in den Fokus der Suchtprävention. Nicht weiter verwunderlich, haben doch bereits in den meisten der 5. Klassen am Karo über 90 % der Fünftklässler ein Handy im täglichen Einsatz (zum Vergleich: in den letztjährigen 5. Klassen lag die Quote bei ca. 70 %!). Grund genug, auch mit den Jüngsten der Schulfamilie über die Handynutzung zu diskutieren und darüber zu informieren.

     

    Rasant ging es schließlich beim PhoneSmart-Workshop für die 5. Klassen zu, der von Martin Seidl vom Rosenheimer Gesundheitsamt geleitet wurde. In einer Art „Reise nach Jerusalem“ musste der „Übriggebliebene“ immer eine Frage zum Thema stellen – z.B. „Wer hat Snapchat?“, „Wer hat WhatsApp?“ oder „Wer darf sein Smartphone mit ins Zimmer nehmen?“ – die Angesprochenen mussten dann schnell die Plätze tauschen und erhielten so auf spielerische Weise einen ersten Eindruck über die in der Klasse genutzten Medien und Apps.

     

    Anhand eines meterlangen Zahlenstrahls veranschaulichte der Experte die Antworten auf Fragen wie „Seit wann gibt es uns Menschen?“, „Seit wann verbringen Menschen Zeit vor Bildschirmen?“ und „Seit wann gibt es Smartphones?“. Richtige Antworten: 200.000 Jahre, 80 Jahre und 10 Jahre! Diese Diskrepanz könnte der Grund für manche „Gesundheitsgefahr“ sein, die von dieser durchaus sehr nützlichen, aus unserem Leben nicht mehr wegzudenkenden technischen Errungenschaft ausgeht (wie Schlafstörungen, mögliche Krebserkrankung, aber auch Sucht). Im weiteren Verlauf des Workshops beschäftigten sich die Fünftklässler unter anderem noch mit „Gefahren im Netz“ und „Handystrahlung“, daneben stand ein Suchttest auf dem Programm.

     

    Elterninfoabend

     

    Am Elterninfoabend, der unter dem Thema „Die unsichtbare Macht der digitalen Medien“ stand, informierte Martin Seidl schließlich die Eltern der jungen Schüler über die Ergebnisse dieser Workshops und noch vieles mehr. Nach einführenden Worten durch den stellvertretenden Schulleiter Carlo Ribeca bezog der Referent sein knapp 30-köpfiges Publikum gleich von Beginn an in seinen Vortrag mit ein und wollte wissen, wer folgenden Aussagen zustimmt:

     

    „Ein Smartphone kann für mein Kind Gefahren bergen.“ – Beinahe 80 % Zustimmung.

    „Ohne Handy hat mein Kind Nachteile.“ – Nur noch 40 % Zustimmung.

    „Ich kontrolliere die Handynutzung meines Kindes.“ – 60 % Zustimmung.

     

    In dem zweistündigen Elternabend ging der diplomierte Sozialpädagoge vom Rosenheimer Gesundheitsamt auf die Ängste und Sorgen der Eltern ein und machte auf sehr kurzweilige, unterhaltsame Art und Weise anhand von mit Studien belegten Fakten auf die Gefahren einer intensiven, unreflektierten und teils unbegrenzten Mediennutzung – insbesondere eines Smartphones – aufmerksam. Diese reichen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen, Kurzsichtigkeit, Kopfschmerzen oder Sprachentwicklungsstörungen über Gefahren wie Cybermobbing oder den Kontakt zu „zwielichtigen“ Fremden bis hin zum starken Ablenkungspotential mit der möglichen Folge deutlich sinkender Konzentrationsfähigkeit oder gar der „Handysucht“ oder auch „Spielsucht“.

     

    Schließlich präsentierte Herr Seidl eine ganze Reihe an Empfehlungen für eine verantwortungsbewusste Mediennutzung der Heranwachsenden. So rät er dringend, einen „Smartphone-Nutzungsvertrag“ zwischen Eltern und Kind zu treffen. Zur Einhaltung der so getroffenen Absprachen gibt es spezielle Software, die den individuellen Wünschen gemäß eingerichtet werden kann und mit der sich beispielsweise bestimmte Anwendungen zeitlich begrenzen oder ganz sperren lassen. Bewährt hat sich auch die Entwicklung eines grundlegenden gemeinsamen „Regelkatalogs“ (z.B.: „Ab 20 Uhr Handy aus“, „kein Handy während der Hausaufgaben“) der gesamten Elternschaft einer Klasse. Eine der Hauptbotschaften des Abends formulierte der Sozialpädagoge jedoch so: „Schauen Sie gemeinsam mit ihren Kindern ins Smartphone. Lassen Sie sich erzählen, was an der neuesten App so toll ist. Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Kind macht – nehmen Sie am Leben ihres Kindes teil!“ Oder anders ausgedrückt: Eine gute Eltern-Kind-Beziehung ist die Basis für eine gute Medienerziehung!

     

    Der stellvertretende Schulleiter Ribeca bedankte sich schließlich bei dem Referenten sowie den anwesenden Eltern und wünschte allen einen guten Nachhauseweg.

     

    Weitere Informationen finden sich auf der „PhoneSmart“-Homepage.

     

    Dr. M. Hamberger