Dichter dran ...

     

    In den Genuss einer intensiven Begegnung mit Literatur kamen die Schülerinnen und Schüler des KAROPlus-Kurses, als sie am vergangenen Mittwoch

    das Literaturhaus in München besuchten.

     

    Von der Veranstaltung berichten Konstantin (10c) und Benedikt Schiller (10a):

     

    „Das Publikum, das ist ein Mann, der alles weiß und gar nichts kann.“ Dieser Satz des Dramatikers Ludwig Robert (1776 – 1832) traf ganz und gar nicht auf das Publikum der „interaktiven Lesung“ im Literaturhaus München zu.

     

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KAROPlus“ fuhren wir am 24.01.2018 mit unseren Lehrern, Frau Keil und Herrn Adam, dorthin. Außer uns nahmen noch zwei Klassen aus Münchener Schulen teil. Gespannt darauf, was uns erwartet, setzten wir uns auf die vielen Sitzkissen in der Bibliothek. Nachdem uns die Organisatoren, Lehramtsstudenten der LMU München, begrüßt hatten, betraten die beiden jungen Autoren die Bühne. Pierre Jarawan und Finn Holitzka begannen gleich, mit uns das Klatschen als Bewertungseinheit zu üben - also nicht Kohlbergs sechs Stufen der Gewissensbildung, sondern die zehn Stufen der Applauslautstärke.

     

    Nun trugen die beiden je einen Slam vor und schafften es sofort, die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dann folgte der interaktive Teil der Lesung: Wir Schüler sollten einen kurzen Text über Freundschaft verfassen, in dem alle fünf Sinne vorkommen. Sofort kritzelten alle auf ihren Zetteln herum, ehe die ganz Mutigen ihre Werke vortragen durften. Es waren lauter tiefsinnige und auch witzige Beiträge, die sämtlich mit einem Zehn-Punkte-Applaus honoriert wurden:

     

    „[…] Freundschaft schmeckt wie Zartbitterschokolade. Bitter, aber auch zart. Und es ist Schokolade, da kann man eh nichts falsch machen.
    Freundschaft riecht wie ein Strauß Rosen, der auf dem Fensterbrett im Klo steht. Manchmal stinkt einem nur das Verhalten eines Freundes; dann muss man halt runterspülen, durchlüften, einfach an den Rosen schnuppern, und alles ist wieder gut – bis man wieder aufs Klo muss. […]“
    Benedikt Schiller

     

    Außerdem bekamen wir noch weitere begeisternde Texte von den Profis zu hören, die mit begeistertem Applaus von uns belohnt wurden. Und ehe man sichs versah, war die dreistündige Veranstaltung schon wieder zu Ende.

     

    Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht, und um wieder mit dem Dramatiker Ludwig Robert zu enden: "Das Publikum, das ist ein Weib, das nichts verlangt als Zeitvertreib."

     

     

    Konstantin Schiller (10c) und Benedikt Schiller (10a)